Schloss Váci

Burg Váci - Foto: Péter Szulmann

Foto: Péter Szulmann

2600 Vác, Géza király tér 1.

Vom gegenüberliegenden Ufer aus kann man in der Ferne den Kirchturm sehen, der auf der Anhöhe steht, auf der einst die Burg Váci stand. 

Selbst die Wahl des Ortes ist legendär, denn es heißt, dass Prinz Géza und László am Vorabend der Schlacht mit Salomon die Strategie besprachen, als László ein Engel erschien und den Sieg der Schlacht am nächsten Tag vorhersagte. Géza legte ein Gelübde ab, dass er an dieser Stelle eine Kirche bauen würde. Und das tat er auch, und später wurde König Géza I. in der Krypta der Kirche beigesetzt, wie es damals üblich war. 

Aber auch die turbulenten Zeiten der Geschichte haben Vác nicht verschont. Zunächst wurde die Kirche von den Tataren zerstört. Später bauten Könige sie wieder auf, so dass sie im 15. Jahrhundert unter Bischof Miklós Bátori als humanistische Zitadelle bezeichnet wurde. Bischof Báthori war der Onkel von König Mátyás, der sich gerne in unserer Stadt aufhielt. Báthori baute die Kirche und den Palast im modernsten Stil der damaligen Zeit um. Nach Buda und Visegrád war die Burg von Vác der prächtigste Ort der Renaissance. 

Von der Burg ist fast nichts mehr erhalten, aber man kann noch Teile der Innenausstattung bewundern. In der heutigen Kathedrale befinden sich die ursprünglichen geschnitzten Steinbalustraden und zwei Holzschnitzereien mit Wappen, weitere Schätze sind im Ignác-Tragor-Museum, in der Diözesansammlung und in der Franziskanerkirche zu finden. 

Nach der Türkenzeit erinnerte fast nichts mehr an den Reichtum und die Pracht der Vergangenheit. Die Kirche, die Sie heute sehen können, ist die Kirche des Franziskanerordens, und das angrenzende Klostergebäude ist heute das Piaristenobservatorium, ein Zentrum für Berufsberatungsmethoden. Neben dem neuen Gebäude ist es spannend zu sehen, wie Archäologen heute arbeiten und mittelalterliche Kleinfunde aus den Ausgrabungen neben dem Gebäude ausgraben. 

Vom Donauufer aus kann man einen Teil der ursprünglichen Stadtmauer mit einer Statue von König Géza I. (von János Blaskó Jr.) sehen. Wenn Sie in Vác sind, lohnt es sich auf jeden Fall, einen Spaziergang zu machen und die Atmosphäre dieses historischen Teils der Stadt aufzusaugen. 

Foto: László Wachtler